Was in Cambodia geschehen ist, als ich geboren wurde, kann man sich in seinen schlimmsten Alptraeumen nicht vorstellen. Die Khmer Rouge wollten ihre eigenen Landsleute ausloeschen, das Land saeubern und einen Bauernstaat gruenden. Erst wurden Massenexekutionen von Gelehrten, Aerzten, Lehrern, Verwaltungsangestellten veranlasst. Selbst das Tragen einer Brille galt als Zeichen von Intelligenz und wurde als ‘Verbrechen’ eingestuft, das mit dem Tod bestraft wurde. Spaeter toeteten sie willkuerlich - Maenner, Frauen, Kinder wurden auf bestialische Weise umgebracht. Wer einen kleinen Einblick kriegen moechte, lese das Buch ‘First they killed my father’. Die Geschichte, welche aus dem Blickwinkel eines 8-jaehrigen Maedchens erzaehlt wird, laesst einen oft mit traenennassem Gesicht zurueck.
Vor zwei Tagen habe ich mir zwei der grauenhaften Orte dieser Vergangenheit angesehen. Toul Sleng, heute Museum, damals das schlimmste S21-Gefaengnis in Phnom Penh. Und die Killing Fields, wo die Gefangenen von Toul Sleng hingebracht und exekutiert wurden. Man spaziert vorbei an Massengraebern, 43 sind noch immer ungeoeffnet, vereinzelte Kleiderfetzen wehen im Wind. Eine Gedenk-Stupa enthaelt die gefundenen sterblichen Ueberreste hier Ermorderter. Tausende von Schaedeln sind hier aufgestapelt. Es sind zu viele und ich kann nicht fassen, was fuer Greueltaten hier geschehen sind. Jede Faser des Koerpers weigert sich zu verstehen, weigert sich die gelesenen grauenhaften Geschichten mit den Totenschaedeln zu verbinden. Bis 1979 sind in Kambodscha mind. 1 Million, moeglicherweise aber auch bis zu 3 Millionen Khmer dem Voelkermord zum Opfer gefallen.
Ich habe Krieg noch nie verstanden und werde ihn niemals verstehen! Ich schaetze mich sehr gluecklich geboren zu sein, wo ich geboren wurde.
Let’s not ever let this happen again!
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