Home Sweet Home

16 03 2008

Genau sieben Monate spaeter geht meine Reise zu Ende. Und somit wird dieses Travel-Blog arbeitslos… Ich belle lieber wieder, als dass ich blogge… ;-)

Es war eine Freude mit euch zu reisen. Ich danke euch allen von ganzem Herzen, dass ihr ab und zu den Weg hier her gefunden habt, mitgelesen, mitgelacht und mitgelitten habt. Und danke ganz ganz herzlich fuer all die Kommentare, die haben mein Blog am Leben erhalten - ansonsten waere mir die Lust zum Schreiben auf halber Strecke vergangen. Danke! … und bis dann und wann mal live in Thun oder Bern’s Gassen.

Ich wuensche euch, dass jeder neue Tag ein schoener wird!
Ein ganz lieber Gruss, colette

Thun, it’s nice too! Thun, it’s nice too!





My heart is torn apart

4 03 2008

Since I arrived in Thailand everything is so much easier again. After shopping in Bangkok I went to Khao Lak (the same time when they had an earthquake in Sumatra again - pretty scary for a short moment) and stayed in a lovely Bamboo hut in Banana Bungalows with wonderful, friendly, unforgettable Thai people surrounding me and did just nothing, only relaxed… :-)

Then my time of saying goodbye started. First I travelled further on to Krabi Town. Where I had a wonderful warm welcoming from Pojana, who runs K Guesthouse in town. We had 4 great girls-night-out. One of them was quite remarkable - with a ladyboy (= Mann als Frau verkleidet, aber oftmals besser aussehend als jede Frau) as funny company!! :-) And I didn’t remember how much I hate saying goodbye. Somehow it feels like the longer you travel the harder it gets, because your heart is torn apart and spread out all over the world. :-(

I’m on Koh Phi Phi now as my last stop before heading home. Probably you remember the goood times I had with all the staff from Phi Phi Relax Beach Resort. And I made it a surprise, just the manager knew that I visit again. You should’ve seen all the reactions. A huge, huge hug from everybody from the staff, even if it’s not usal for Thai people to hug each other. Wide open, unbelieving eyes when they saw me. Even tears and screams when I arrived with the longtail boat, saying: Colette is back! I can stay for free again, I’m part of the family now. :-) I surprised them but they totally surprised me with their warm, unexpected reaction.

Today I went to Maya Bay where they filmed ‘The Beach’, I did enjoy it, but only halfway-through. The whole way back and forth tears were running down my cheek. I hardly saw this beautiful scenery, all I could think of was of the many lovely people I met on this travel, who made my trip whole - who make me whole. And I could hardly bare the thought that I might not see them ever again. The longer you travel, the richer you are, because you get to know so many wonderful people, with some you can talk the night through, with some you have a blind understanding and with some (for example with most of the staff here on Phi Phi) you can’t communicate with words at all, because they don’t know any English, but they feel so damn (sorry!) close - you can’t believe. And you never wanna say goodbye, but you have to. And you have to face the truth - you might never see them again. I feel so empty right now and so rich at the same time to get to know so many wonderful, special people. They make the world.

Life’s a bitch, but life’s a fairytale too…





Chill out

21 02 2008

Nun, ich war noch in Hanoi, wo ich fast erfroren bin. Von 30 Grad in Saigon zu unter 10 Grad in Hanoi war’s ein unvorhergesehener Temperaturwechsel. Seit vierzig Jahren haben sie in Nordvietnam den kaeltesten Winter und ich durfte diesen erleben. Wow! :-) Sogar Schnee hatte es in den Bergen nordwestlich, genau da, wo ich eigentlich trekken gehen wollte… Habe mich also bereitwillig der aktuellen Mode der Nordvietnamesen angepasst (der eine hatte sogar eine Fellmuetze auf!) und mir eine gefaelschte Markendaunenjacke gekauft, um gegen Wind und Wetter geschuetzt zu sein. Als Eskimo verpackt bin ich dann zur pittoresquen Halong-Bay, die als 8. Weltwunder gehandelt wird. Es hatte solch dicken Nebel, dass ich kaum was von deren Schoenheit gesehen habe. … Was nur habe ich diesem Land angetan, dass es sich so an mir raecht?! Und wurde mir nicht gepredigt, in der Hoelle sei’s heiss? ;-) Ich glaube, die Zeit zur Flucht ist gekommen. Besser wirds nimmer!

Ich verschiebe also den bereits gebuchten Billigflug nach Bangkok aufs fruehstmoegli-che Datum und will von da per Nachtzug direkt nach Laos weiterreisen. Habe nicht bedacht, dass noch Hochsaison ist und so fuer mehrere Tage alle Zuege ausgebucht sind. Somit wirds zu knapp, um nochmals Laos zu besuchen.

Erneute Planaenderung: Erstmals shoppe ich ausgiebig in Bangkok. Und bin nun bin ich im thailaendischen Sueden… nochmals so richtig am Geniessen, am Baden und Sonne tanken… Yuppieh!! :-)





Get the hell outa here!

12 02 2008

Gerade eben hatte ich angefangen Vietnam zu moegen, da ich eine interessante schoene Bootsfahrt durch die Chamdoerfer des Mekongdeltas genossen habe. Als zwei merkwuerdige Begegnungen meine Sympathie fuer dieses Land erneut trueben. Ich gehe zur Post, will meinen gekauften Vietnamhut und ein Buch nach Hause senden. Oeffnungszeiten sind von 6.30 - 21.00 Uhr, ich bin um fuenf Uhr abends da. Doch die Dame am Schalter schuettelt den Kopf als ich mit meinen unfoermigen Gegenstaenden aufkreuze und erklaert mir, ich solle morgen um 7 Uhr wieder kommen. Hm… Im Guesthouse lasse ich mir das Geschehene erklaeren. Der echt nette Receptionist erklaert mir mit entschuldigendem Blick, die Regierungsangestellten seien leider manchmal so, die haette wohl bloss keine Lust gehabt zu arbeiten. Oh - wunderbar - ich will auch einen solchen Job - mal mach ich was, mal mach ich nichts… Spaeter benutze ich das Internet. Auf meinem Bildschirm poppt ein Fenster auf, welches besagt, dass ich 1500 Dong schulde. Doch die junge Vietnamesin deutet mir 2000 Dong. Als ich auf den Bildschirm zeige, geht sie zu ihrem Vater oder Boss und erklaert ihm mein unwilliges Zahlgebahren (Was sind schon 500 Dong. Mein Stursinn aber kommt daher, dass ich hier schon tausendmal mehr bezahlt habe, als richtig waere - sogar der oeffentliche Bus hat mich tausende von Dong mehr gekostet als die Einheimischen bezahlt haben. Wieso wissen die Goetter - ich bin dieselbe Strecke gefahren, habe wie alle andern lediglich einen Sitz in Anspruch genommen…). Nun aber zurueck zum Thema. Schauplatz Internetkaffee: Der Boss/Vater beginnt  mit wuetendem Gesichtsausdruck wild mit den Haenden ueber dem Kopf zu fuchteln und deutet mir, diesen Platz zu verlassen. So wie ich die hier nicht verstehe, verstehen sie mich offenbar auch nicht… Kaum glaubst du das Land zu moegen, passieren wieder neue kleine Frustsituationen. Ich beginne ernsthaft eine Stippvisite in Laos in Erwaegung zu ziehen. Kosten von Ueberlandtransport und neuem Laos-Visa hin oder her…

Das Wettbuero ist offen: erratet irgendwer, aus welcher Ecke dieser Welt mein naechster Blogeintrag kommt? :-)





Lovely Vietnam

8 02 2008

Nun ist es soweit… gestern hat mich eine Vietnamesin an der Busstation lauthals angeschrien…

Dies ist aber noch nicht alles, was in den letzten zwei Tagen passiert ist; ich habe es fast geschafft, dahin zu kommen, wo der Mekong ins Meer fliesst. Leider nur fast - die Verstaendigung mit den Bootsleuten gestaltete sich als zu schwierig. Wir wurden in Ca Mau zur falschen Busstation gefahren, obwohl wir mehrmals nur die zwei wichtigen Worte ’Bus Station’ und ‘Rach Gia’, unsere Enddestination genannt hatten. Auf der Faehre stand ein kleiner Vietnamese ganz nahe neben mich und hat mich nonstop angekuckt. Nach einer Weile nahm er sein Handy, hielt es sich ans Ohr und tippte dann imaginaer auf seiner Tastatur rum. Was will er, meine Nummer? Denkt sich wohl, wenn wir schon nicht hier miteinander reden koennen, dann ergaeben sich bestimmt via Natel tiefgruendige Gespraeche. :-) Zum Abschluss sind wir dann nach zwei Stunden Busfahrt mitten auf der Strecke am Strassenrand buchstaeblich aus dem Bus buxiert worden. Unsere Rucksaecke wurden einfach ausgeladen, uns wurde etwas auf vietnamesisch erklaert, sie haben uns nochmals freundlich zugewunken und der Minibus ist ohne uns weitergefahren. ??!! Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich Vietnam mag…

Momentan kann ich mich nicht mal mehr sonderlich an den bilderbuchschoenen Sujets des Mekong-Deltas und den vielen Einheimischen, die ihre wunderbaren, vietnamesischen Dreiecksstrohhuete tragen, erfreuen.

Aber neuer Tag, neues Glueck. Mittlerweilen bin ich via Rach Gia in Ha Tien, dem Grenzort zu Kambodscha, angekommen und der Ort strahlt eine gewisse Freundlichkeit aus.

KEEP SMILING… oder wie war das? :-)





Happy New Year

6 02 2008

Ich bin hier in der suedlichsten Stadt von Vietnam angekommen, in Ca Mau im Mekong-Delta. Bill, ein Amerikaner und ich sind in der ganzen 200′000-Einwohner-Stadt die einzigen Westerners; ein komisches Gefuehl. Und so wie uns alle anstarren, offenbar nicht nur fuer uns komisch, sondern auch fuer die Lokalbevoelkerung. Die Nahrungssuche wird zum wahren Abenteuer. Am Besten bedient ist man, wenn man an einer Strassenecke an einem Essstand einfach auf alle Zutaten zeigt, die man mag. Gestern wollte ich einen Ice Tea bestellen, erst kriegte ich einen schwarzen Kaffee mit Eis, dann einen heissen Espresso mit einem 5 cm dicken Boden voller Kondensmilch…

Bevor ich nach Vietnam kam, traf ich viele Reisende, die mir vom Land erzaehlt haben. Nicht nur gute Geschichten, ich habe oefters gehoert, dass Vietnamesen nie laecheln und dich manche sogar anschreien und so bin ich mit etwas gemischten Gefuehlen eingereist. Doch wenn ich auf dieser Reise eins gelernt habe, so dies, dass man sich immer sein eigenes Bild machen sollte. Angeschrien hat mich noch keiner und meistens sind die Leute sehr freundlich. Aber in Vietnam passiert es hie und da, dass du Leute anlaechelst und die starren dich mit einem vollkommen emotionslosen Gesichtsausdruck an, kein Muskel zuckt in deren Gesicht. Ein eigenartiges Gefuehl. Liegt es nicht in der menschlichen Natur, dass man zuruecklaechelt, wenn man angelaechelt wird? Auf der ganzen Welt scheint man dieses ‘Gesetz’ zu kennen, aber irgendwie nicht ueberall in Vietnam.

Nun - ich laechle weiter und mache mir einen Sport daraus, auf das emotionsloseste Gesicht ein Laecheln zu zaubern, oder wenigstens einen irritierten Blick zu erzeugen.

Morgen ist Chinese New Year. Seit Tagen waren die herannahenden Festtage spuehrbar. Ueberall wurden Glueckslose, Geschenkkoerbe u.a. verkauft. Gestern hat uns der Schuhmacher auf offener Strasse ein Glas Reiswein offeriert. Heute morgen um 6 Uhr wurde das alte Jahr mit lautstarker vietnamesischer Techno-Musik (?) und noch lauterem Bass ausgelaeutet.

Keep smiling… and your smile travels the word!
HAPPY NEW YEAR.





Good Morning Vietnam

31 01 2008

Es ist Zeit, Kambodscha Auf Wiedersehen zu sagen. Ich will bei Chau Doc im Mekong-Delta nach Vietnam einreisen und buche den entsprechenden Bus direkt im Guesthouse in Phnom Penh. Ich sitze bereits im Bus, als mir der Chauffeur erklaert, dass kein Bus nach Chau Doc fahert, da muesse ich mit dem Boot hin. Ich koenne aber gerne sitzenbleiben und mit diesem Bus nach Ho Chi Minh-City (Saigon) fahren. Hm - bekanntlich ist ja der Weg das Ziel und es ist nicht so wichtig, wo ich mein Vietnam-Abenteuer starte. Ich bleibe also kurz entschlossen sitzen.

Die Busfahrt ist ein echtes Erlebnis. Schraeg vor mir sitzt ein Asiate, der zupft sich mit Pinzette saemtliche seiner spaerlich wuchernden Barthaare aus. Vis-a-vis von mir sitzt ein flotter, maennlicher Typ. So denke ich, bis ich irritiert seine Zehennaegel betrachte…

Good Morning Vietnam! Da sitze ich nun in Saigon, immer noch mit einem Schmunzeln auf den Lippen, wenn ich an diese metrosexuelle Busfahrt zurueckdenke. Und komme aus dem Staunen nicht raus. Staune ueber all die vielen Schuh- und Jeansladen, grossen Einkaufscenter und Boutiquen, ueber die Blumenladen, L`Orealshops und KFC. Und merke erst jetzt, was ich waehrend Wochen nicht hatte. Gefehlt hat mir nichts von all dem…

PS: Ich habe versucht, die Busfahrt HAARklein zu dokumentieren. Aber im Gegenlicht und ohne dass ich gewagt haette, den Blitz einzuschalten, war dies ein leicht schwieriges Unterfangen. Hier die qualitativ eher schlechten Beweisstuecke.

Spezialrasur p1302913a.jpg Close-up vom Fuss meines Vis-a-vis





funny things…

29 01 2008

Jeder Tag bietet so viele neuen Eindruecke, da bleiben die kleinen, amuesanten Details manchmal ungesagt. Hier nun willkuerlich zusammengefasst einige davon:

Zum Thema Transportmittel…
In Kambodscha ist zur Zeit das Hochzeitsfieber ausgebrochen. Ueberall wird geheiratet und das auf ganz spezielle Art und Weise. Die stellen hier einfach mitten auf der Strasse ein vielfarbiges Zelt auf und laden alle Bekannten, Freunde und Nachbarn ein zum Mitfeiern. So auch in Phnom Penh…. und so kam es, dass mein Tuk-Tuk-Fahrer (Tuk-Tuk = Motorrad mit Anhaenger) mit mir mitten durchs Hochzeitszelt gefahren ist. Habe dann freundlich-unschuldig-entschuldigend in die illustre Runde gelaechelt und danach mit meinen Augen verzweifelt das Zeltende fixiert…

Am naechsten Tag auf dem Weg nach Kompong Cham und Kratie habe ich die hiesige Schweinetransportmethode kennengelernt - zwei Schweine lagen da eingeklemmt auf dem Gepaecktraeger. Als ich mich neugierig genaehert habe, haben mich die armen Schweine laut angegrunzt. Was bin ich erschrocken, als ich merkte, dass die ja noch quicklebendig sind!

Leider habe ich es verpasst die Horde Khmer auf einem Motorrad zu fotografieren. Aber ich schwoere es, da sassen sechs Leute auf einem Scooter! 4 Erwachsene und 2 Kinder - und nicht umgekehrt!

… und hier noch zum Thema Wassersparen:
In Kompong Cham angekommen, checke ich ins Guesthouse ein. Die sanitaeren Anlagen sind bekanntlich immer ein kleines Abenteuer. Aber das Lavabo hier hat alle bisherigen uebertroffen. Auf den ersten Blick faellt mir nichts auf, ich oeffne den Wasserhahn, um mir meine Zaehne zu putzen und keine Sekunde spaeter sind meine Fuesse nass. Wie das denn? Bei genauerer Betrachtung faellt mir nun auf, dass da einfach ein Loch klafft, wo sonst ein Abflussrohr ist. Hm, somit kann ich meine Zaehne und meine Fuesse in einem Aufwisch putzen. Vielleicht krieg ich so meine Fuesse wieder mal vom Strassenstaub frei.

Lavabo mit direktestem Abfluss Schweinetransport





A very, very sad story

26 01 2008

Was in Cambodia geschehen ist, als ich geboren wurde, kann man sich in seinen schlimmsten Alptraeumen nicht vorstellen. Die Khmer Rouge wollten ihre eigenen Landsleute ausloeschen, das Land saeubern und einen Bauernstaat gruenden. Erst wurden Massenexekutionen von Gelehrten, Aerzten, Lehrern, Verwaltungsangestellten veranlasst. Selbst das Tragen einer Brille galt als Zeichen von Intelligenz und wurde als ‘Verbrechen’ eingestuft, das mit dem Tod bestraft wurde. Spaeter toeteten sie willkuerlich - Maenner, Frauen, Kinder wurden auf bestialische Weise umgebracht. Wer einen kleinen Einblick kriegen moechte, lese das Buch ‘First they killed my father’. Die Geschichte, welche aus dem Blickwinkel eines 8-jaehrigen Maedchens erzaehlt wird, laesst einen oft mit traenennassem Gesicht zurueck.

Vor zwei Tagen habe ich mir zwei der grauenhaften Orte dieser Vergangenheit angesehen. Toul Sleng, heute Museum, damals das schlimmste S21-Gefaengnis in Phnom Penh. Und die Killing Fields, wo die Gefangenen von Toul Sleng hingebracht und exekutiert wurden. Man spaziert vorbei an Massengraebern, 43 sind noch immer ungeoeffnet, vereinzelte Kleiderfetzen wehen im Wind. Eine Gedenk-Stupa enthaelt die gefundenen sterblichen Ueberreste hier Ermorderter. Tausende von Schaedeln sind hier aufgestapelt. Es sind zu viele und ich kann nicht fassen, was fuer Greueltaten hier geschehen sind. Jede Faser des Koerpers weigert sich zu verstehen, weigert sich die gelesenen grauenhaften Geschichten mit den Totenschaedeln zu verbinden. Bis 1979 sind in Kambodscha mind. 1 Million, moeglicherweise aber auch bis zu 3 Millionen Khmer dem Voelkermord zum Opfer gefallen.

Ich habe Krieg noch nie verstanden und werde ihn niemals verstehen! Ich schaetze mich sehr gluecklich geboren zu sein, wo ich geboren wurde.

Let’s not ever let this happen again!





15 minutes…

15 01 2008

Die letzten Tage waren zu eindruecklich, um euch den richtigen Eindruck zu vermitteln. Deshalb nur 15 Minuten davon…

Ich war in Kompong Chhnang - ein grosses Kaff in der Naehe des grossen Suesswassersees Tonle Sap. Im Dorf gibts keine grossartigen, touristische Sehenswuerdigkeiten und so verirren sich nicht viele Touris hierher. Ich hatte das Glueck auf dem Bus - wo ich die einzige ‘Farang” (Touristin) war, neben dem Direktor des Landmines Disability Support Centers auf dem Sitz eingequetscht zu sein. Er hat mir dann ermoeglicht, dass ich mit einem seiner Betreuer auf dessen Motorbike (und diesmal auch ganz ohne Mundschutz…) ;-) einige der aermeren Familien von Kambodscha besuchen durfte. Das Center betreut behinderte Personen und deren Familien auf dem Land und unterstuetzt sie mit Wissen und Startkapital, wenn diese ein ‘Business’ starten wollen. Ein neues Business auf dem Land, heisst Huehnerzucht, verbesserte Reisproduktion, sie sponsern einfachste Maschinen, z.B. einen Brennofen fuer eine Toepferei, bauen eine Wasserpumpe, zeigen den Leuten, wie man ein Velo repariert, so dass das Dorf in Kuerze auch seinen eigenen Mechaniker haben wird… einfachste Geschaefte halt. Und so habe ich unter anderem eine Bambus-Fabrik besucht. Fabrik wird euch einen vollkommen falschen Eindruck vermitteln. Denn es waren vier Stelzen, mit einem Bananenblaetterdach. Darunter 2 grosse Brennoefen, tischaehnlich und darauf ca. 1cm dicke Bambusstoecke, und darum je 10 Personen, die jeweils einen solchen Stock nehmen, in ein kleines, erwaermtes Raedchen einspannen und so durch pressen eines Hebels diesen Bambusstab strecken. Dieser wird spaeter dann in 1m oder 1.20m … lange Stuecke geschnitten, nach Phnom Penh gefahren und von dort in die Welt verschifft. Und genau diese Stoecke kaufen wir, um im Fruehling unsere Pflanzen daran aufzubinden. Hat sich jemals jemand von euch ueberlegt, dass diese praktischen Staebchen original nicht so gerade sind? Ich bin mir sicher, ihr werdet das naechste Mal an diese Geschichte denken… ;-) Ein Arbeiter verdient 15 Riel pro gestreckten Stab, pro Tag schafft er ca. 100. Um euch einen Eindruck zu geben, 4000 Riel sind 1 US Dollar.

Was ich aber auf keinen Fall moechte, ist, dass ihr jetzt denkt, oooooohhhh, was fuer arme Leute! Ja sie sind arm und sie verdienen nichts. Aber diese Leute strahlen eine solche Grazie, einen solchen Stolz aus. Sie zeigten mir mit grosser Freude ihre jeweiligen Businesses, denn kaum ein ‘Farang’ kommt jemals hier vorbei. Die Aufbruchstimmung in Kambodscha ist foermlich spuehrbar und irgendwie fuehle ich mich geehrt, dies erleben zu duerfen.

Ich merke gerade, dass ich doch 30 Minuten aus meinen letzten Tagen berichten muss… :-)

Ein Farmer hat mich mit groesstem Stolz auf seine Farm, irgendwo in der Pampa gefuehrt, eine Dreiviertelstunde staubigste Strasse vom naechsten Staedtchen entfernt. Als ich auf der Farm ankam, habe ich genau das Bild erwartet, was euch wohl auch vor dem inneren Auge erscheint - eine Farm halt. Stand da aber lediglich ein lottriger Bretterverschlag mit 2 Haengematten. Drumrum 100 Orangenbaeumchen. Er ist der erste in der Gegend, der Orangen anpflanzt, ein Pionier. Ich solle doch in 3 Jahren wiederkommen, dann haette er mind. 3000 Orangenbaeumchen und ein richtiges Haus… Das Land ist im Aufbau! Haette jemand von uns einem Fremden mit Stolz im Gesicht seinen Bretterverschlag gezeigt? Mich beschleicht das Gefuehl, dass wir uns schaemen wuerden, irgendjemandem ein Stueckchen Nichts zu zeigen… Ich jedenfalls haette niemandem auch nur im Traum von meinem noch groesstenteils unkultivierten Stueckchen Land erzaehlt und schon gar nicht gezeigt.

Und das macht Kambodscha fuer mich so unglaublich schoen und ich kann sehr viel von diesen oftmals armen Leuten, die so unendlich reich im Herzen sind, lernen.

p1122775s.jpg little Khmer boy - Dieser kleine Junge klopft verrostete Munition aus, dieses Eisen wird spaeter auf dem Markt verkauft. Chicken Farm bamboo factory the farm